Falls hier jemand zufällig in China arbeiten möchte, gebe ich mal ein paar Infos, auf was man achten sollte, wenn man einen chinesischen Arbeitgeber hat.
1. Gehälter werden oftmals verzögert ausgezahlt. Das hat den Zweck, die Leute im Büro zu halten, denn Chinesen sind oft sehr wechselhaft, wenn es um den Job geht. Außerdem werden jährliche Bonuszahlungen ausgegeben, um die Mitarbeiter zu motivieren, eine konstante Leistung zu erbringen. Diese Bonuszahlungen gibt es eigentlich vor dem Chinesischen Neujahr. Sie wird aber auch gerne mal nach dem Neujahrsfest ausgegeben, um sicherzustellen das die Mitarbeiter auch wirklich wieder zurück in die Fabrikoder das Büro kommen und sich nicht eine andere Firma suchen.
2. Ein Gehalt umfasst in China nicht nur die Bezahlung an sich, sondern auch die Bereitstellung von Mittag und Abendbrot. Das Essen wird in einem kleineren Büro in der Regel von eine Hausfrau zubereitet, die auch gleich noch das Büro putzt. Am Anfang meiner Aufenthaltes bin auch ich in den Genuss dieser Hausmannskost gekommen, die täglich geliefert wurde. Nach einer Woche hat man eine erste unschöne Vorahnung, die sich leider nach der zweiten Woche bestätigt. Das Essen sieht immer gleich aus und schmeckt auch so. Ob grün, braun, dunkelrot, Fisch oder Fleisch, alles schmeckt identisch. Auch der Wechsel der Hausfrau konnte leider keine merkliche Geschmacksverbesserung oder fröhlichere Farben der Gerichte herbeiführen. Das ist ein krasser Gegensatz zu dem was man eigentlich an Köstlichkeiten in Restaurants bekommen kann, ist aber wohl auf das geringe Budget zurück zuführen, welches vom Arbeitgeber für das Essen bereitgestellt wird.
3. Die Bereitstellung einer Unterkunft gehört in China ebenfalls zur Bezahlung dazu. In gehobeneren Positionen kann dies ein eigenes Apartment sein. Als junger Angestellter oder Mitarbeiter in der Gastronomie eher ein Zimmer in einer Wohnung und als Wanderarbeiter, der sich sein Geld auf einer Baustelle verdient, sollte man eher davon ausgehen, dass man sich einen Raum mit 7 anderen Bewohner teilt.
4. Während der Arbeitszeit gibt es in der Regel zwei Stunden Mittagspause. Die wird zum Essen und zum Schlafen genutzt. Von 12:30 bis 14:00 Uhr wird normalerweise das Licht ausgeschaltet. Es macht daher also durchaus Sinn, sich, so wie es viele Chinesen machen, ein eigenes Klappbett für das Büro zuzulegen.




4 Kommentare bisher ↓
1 Hans-Peter Bonnke // Apr 7, 2008 at 14:47
Schön wieder von Dir zu hören
2 Uwe // Feb 9, 2009 at 11:04
Was für eine imposante Stadt (oben) Ist es angenehm in einer solchen Stadt zu wohnen und arbeiten.. Ich finde eher nein..
3 Petra // Mai 7, 2009 at 09:42
Ich bin auch deiner Meinung, Uwe.Ich könnte nie in so eine Situation überleben und gar nicht arbeiten.Sonst habe nichts gegen China, aber da zu arbeiten…lieber nicht.
4 Rita // Jul 23, 2009 at 14:18
Arbeiten in China…klingt doch sehr extrem für mich.Ich interessiere mich für die chinesische Kultur und Küche, aber da zu leben und arbeiten…. das ist keine gute Idee.
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