China ist wirklich laut. Es gibt so viele Autos in den Großstädten, die sich Tag und Nacht durch die Straßen schieben, es wird ständig gehupt, Musik dröhnt aus Lautsprechern, es gibt ein Event in der nahe gelegenen Shopping Mall, es wird in das Handy gegröhlt, geschrien, gelacht und diskutiert. Es fällt wirklich schwer, mal einen Moment der Ruhe einkehren zu lassen. Denn auch wenn man alleine zuhause ist, fühlt man sich nie einsam. Die Fenster sind oft nur einfach verglast, Fensterprofile schlecht zusammen gebaut, es gibt keine Wärmedämmung an den Fassaden der Gebäude und eine Trittschalldämmung, die einem vor den Klackern der Stöckelschuhen der Nachbarin beschützt, schon gar nicht. In meiner vorherigen Wohnung wurden auf dem Geschoss, auf dem ich gewohnt habe, über mehrere Wochen hin zwei Wohnungen saniert. Da ist man dann morgens wach geworden, weil man das Gefühl hatte es steht jemand mit dem Vorschlaghammer neben dem Bett und nimmt die Wohnung auseinander. Auch meine jetzige Wohnung bietet da so einiges, da ich direkt an einer Hauptverkehrsstraße wohne. Normalerweise werde ich von einer nahe liegenden Schule geweckt, die immer dann ihre Musik spielt, wenn die Kinder auf dem Sportplatz antreten müssen um ihre täglichen Übungen zu absolvieren. Ich weiß nicht, ob das wohl staatlich verordnet ist, dass die ihre Musik so laut spielen müssen, dass das ganze Viertel wach wird? Aber heute morgen gab es um 7:30 Uhr mal etwas ganz Neues. Ein Spielmannszug mit ordentlich Trommelwirbel. Wie schön…Gähn…
China ist voller Überraschungen!
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Valentinstag in China
05:42 · 5 Kommentare
Ich muss sagen, ich bin wirklich froh, dass nun der Valentinstag vorbei ist. Chinesen sind so hoffnungslos romantisch. So wie alle westlichen Feiertage, wird auch der Valentinstag hier extrem zelebriert. Gestern gab es überall Blumensträuße zu kaufen, Bühnen wurden aufgebaut, wo man sich herzerweichende Kuschelmusik anhören konnte, über Handy und Skype kamen Valentinstagsgrüße (macht man das in Deutschland eigentlich auch?), die Restaurants hatten extra Valentinstags Gerichte, für die die Chinesen geduldig Schlange standen und ich habe noch nie so viele männliche Chinesen in weißen Anzügen und mit rosa Hemd gesehen, wie gestern. Da bin selbst ich fast schwach geworden.
Als ich heute Morgen meine chinesische Kollegin gefragt habe, ob sie denn gestern schön gefeiert hat, hat sie gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd. Ihr Freund hat ihr fünf verschieden Gerichte gekocht. Die waren wohl alle etwas versalzen, aber es ist ja die Absicht die zählt. Das ist schon beachtenswert, denn Chinesische Männer sind normalerweise überhaupt nicht romantisch, die Frauen dafür natürlich umso mehr. Aber das scheint sich ja wohl durch alle Kulturen zu ziehen. Was Chinesen aber nicht machen, ist sich auf der Straße zu küssen. Auch das Hand-In-Hand gehen ist sehr selten zu beobachten. Pärchen wirken eher distanziert und man merkt am ehesten dass es sich um ein Paar handelt, wenn sie sich lauthals auf der Straße anmeckern.
Komplimente machen Männer hier überhaupt keine. Ich glaube nicht, dass die chinesische Männer ihren Frauen sagen würden, dass sie sie lieben. So wie der Freund meiner Kollegin, der auch bei uns gearbeitet hat. Ich habe ihn irgendwann mal gefragt, ob er seiner Freundin mal gesagt hat dass er sie vermisst? Seine Antwort war nur: Wieso? Ich sehe sie doch jeden Tag!
Aber ich glaube, der Valentinstag erlaubt es den chinesischen Männern auch mal romantisch zu sein und ihre kalte Hülle abzulegen, so das sie ihr wahres ich zeigen können, ohne ihr Ansehen zu verlieren. Oder es liegt doch nur daran, dass so extrem gefeiert wird, weil die Frauen es ganz einfach erwarten und einen riesen Stress machen würden, wenn es keine Blumen gibt.
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Gefahren in China
10:15 · 4 Kommentare
China ist ein gefährliches Pflaster, auch wenn man kein Hund ist und ständig auf der Hut sein muss, nicht gegessen zu werden. Denn die Chinesen haben noch nicht so das Gefühl für die saubere Umwelt, wie es uns in den letzten 20 Jahren anerzogen wurde. Damit meine ich noch nicht einmal die Fabriken die Unglaubliches in die Luft pusten oder Konzerne, die mit ihren Abwässern ganze Landstriche vergiften. Ich rede hier vom Chinesen wie du und ich. Dieses Unwissen drückt auf unterschiedliche Art und Weise aus. Ich möchte jetzt aber nur auf das Wegwerfen von Dingen eingehen. Es ist keine Seltenheit, dass man Chinesen sieht, die soeben ein Dose Erfrischungsgetränk leer gemacht haben und diese, da gerade kein Mülleimer in einem Umkreis von drei Metern zur Verfügung steht, einfach im hohen Bogen hinter sich werfen. Aber natürlich ohne mal zu gucken, ob da vielleicht gerade jemand lang läuft. Und dieses Prinzip zieht sich durch den ganzen Alltag. Zigaretten werden ausgepackt und die Plastikfolie eben da fallen gelassen, wo man gerade steht. Das schlimme aber ist, das passiert auch wenn Leute in der Wohnung sind. Nicht das sie ihren Müll einfach auf den Teppich fallen lassen würden, nein, er wird einfach aus dem Fenster geworfen. Beim Wasser das vom Blumen gießen übrig geblieben ist, ist es ja vielleicht noch witzig, bei noch glühenden Zigarettenkippen hört der Spaß dann allerdings auf. Ebenso bei Verpackungen oder sonstigen Dingen, die, wenn sie aus dem 30 Stock geworfen werden, auch mal verletzend oder gar tödlich sein können.
Das Interessante an der ganzen Geschichte aber ist das viele Chinesen darüber unglücklich sind, dass die Städte so verdreckt sind. Woran das nun genau liegt, ist natürlich schwer zu sagen.
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Mogelpackung auf Chinesisch
10:52 · 10 Kommentare
Heute hat sich die Verkäuferin im Supermarkt meiner Wahl, namens Olé, wie man wohl recht gut an den Tüten erkennen kann, selber übertroffen. Normalerweise verwenden sie ja schon eine Menge an Plastiktüten um meine Einkäufe zu verstauen, aber so was wie heute habe ich auch noch nicht gesehen.
Am Anfang habe ich immer versucht, so wie man es bei uns gelehrt bekommt, möglichst wenige Tüten zu verwenden. Aber das bedeutet eine ungebrochene Aufmerksamkeit und ein ständiges Ermahnen beim Einkaufen, die nach all den Jahren bei mir leider ganz einfach nachgelassen hat. Aber es ist ein Licht am Ende des Tunnels erkennbar, denn ab dem Sommer sollen Plastiktüten in Shenzhen nicht mehr kostenlos sein. Ich bin ja mal auf die Proteste der Kunden gespannt. Das gibt sicher ordentlich Gemeckere und endlose Diskussionen an den Kassen. Ach, herrlich, schreiende Chinesen!
Der Aufmerksame Beobachter mag vielleicht erkennen, das bei meinen Einkäufen auch Zwiebeln dabei sind. Diese sind nicht von Natur aus so blass, sondern bereits geschält wenn man sie im Supermarkt kauft. Das hört sich erst mal nach einem ordentlichen Kundenservice an, wie man ihn in China erwarten würde, hat aber entscheidende Nachteile. Zum einen sind die Zwiebeln oft schon etwas ausgetrocknet, da ja die schützende Schale fehlt und zum anderen wird die Zwiebel dreckig und ich muss sie trotzdem schälen. Dadurch verliere ich natürlich einen zusätzlichen Teil der Zwiebel und der ist wesentlich dicker, als die dünne braune Schale, die die Zwiebel ansonsten in ihrem Inneren so wohl behütet. Aber so ist das in nun mal China, Hauptsache es sieht gut aus. Ob es funktional ist, das ist zweitrangig.
In der kleinen Tüte oben rechts, war übrigens die eingeschweißte Salamipackung, die ich heute für teures Geld erworben habe, noch mal separat eingepackt. Warum, das weiß wohl nur die Verkäuferin allein.
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